Der Brand eines historischen Gebäudes von 1450, von dem nur noch die Grundmauern erhalten blieben, bot der Stadt Zug die Gelegenheit, den für die Verwaltung anstehenden Raumbedarf mit einem Neubau in der Altstadt abzudecken und gleichzeitig die angrenzenden Stadtverwaltungsliegenschaften räumlich zu reorganisieren.
Der abgewinkelte neue Baukörper reagiert in seiner Disposition auf den ursprünglichen Grundriss des vorma-
ligen Gebäudes. Die schiefwinklige Gebäudegeometrie wird wieder aufgenommen, die markanten Strassenräume und der rückwärtige Hofraum werden erneut hergestellt. Das Gebäude ist hinsichtlich der Ausgestaltung und Maßstäblichkeit ein direktes Echo auf den Kontext. Analog zum Bestand werden beim Gebäude ein klarer Sockelbereich, ein Mittelteil und ein Dachgeschoss ausgebildet, wobei sich Sockel- und Dachgeschoss jeweils volumetrisch vorschieben. Diese Maßnahmen verleihen dem Gebäude zum Kolinplatz hin eine erhöhte Präsenz und einen öffentlicheren Eindruck; zudem ermöglichen sie eine hinreichende seitliche Belichtung des Nachbargebäudes. Um sich angemessen in die historische Bausubstanz einzufügen, sind die Fenster der seitlichen Gassenfassade eher kleiner dimensioniert und mit Brüstung, Mittelteilung und faltbaren Holzläden ausgestattet. Zum Platz hin wird das Anliegen einer räumlichen Verknüpfung von Innen und Außen mittels großzügigeren, strukturellen Öffnungen unterstützt.
